Ulysses123
Ulysses ( Indigo Records 1003CD)
 

Bruno Leicht (tp), Stefan Döring (as, bcl),
Matthias Petzold (ts, ss, cl, fl, cello),
 Dietmar Kruse (tb), Joachim Petzold (tb,  4. +  7.),
 Jürgen Friedrich (p), Gregor Lindemann (bass),
Ralf Schläger (dr)



Aufgenommen 1996, 25./26. Mai und 15. Juni; Tontechnik: Tim Birkner, Bernd Pick

1. Neujahrslied
2. Don Quijote und die Warteschlangen
3. Der Himmel über Pingsdorf
4. Trentadue Panini (Duo)
5. Yussufs Traum
6. Strange Fruit (Billie Holyday)
7. Eleanor Rigby (Lennon/McCartney, Duo)
8. Ulysses 95
9. Nun laube, Lindlein, laube (Paul Hindemith)

                    Neujahrslied

                    Ulysses 95

                    Der Himmel über Pingsdorf

                    Don Quixote und die Warteschlangen



Pressestimmen:

“Matthias Petzold setzt eigenwillig und souverän moderne Mainstream-Traditionen fort... Auffällig ist vor allem der sicher gehandhabte Variantenreichtum an Stimmungen, der von humoriger Don-Quijoterie bis zur elegischen Chicago-Adaption reicht. Insgesamt eine phantasie- und liebevoll konzipierte CD, die man unbedingt gehört haben sollte.” Jazzpodium

“... zeigt er mit seinem Septett eine große Vielfalt an Spielmöglichkeiten. Er integriert in seine Darbietung Volkslieder, Zirkusmusik, afrikanische Musik und Popsongs. Das Hauptelement ist jedoch der Jazz, den er in einer glücklichen Synthese zwischen Tradition und Moderne zu gestalten weiß.”      Das Rohrblatt

“Man muss sich wundern, welche Geschlossenheit das Septett dennoch erreicht. Wenn es Petzold gelingt, sein Konzept aufrecht zu halten, dann dürfte er bald zu den beachtenswertesten deutschen Musikern gehören.”    Der Jazzfreund

“Dabei klingt der junge Leader mit seinen klaren Linien immer wieder erfrischend anders als seine Altersgenossen, hat er es doch gelernt zu warten und sich Zeit zu lassen ...”      Rondo



Über die Musik:

Ulysses - diese große Figur der griechischen Mythologie stellt Matthias Petzold seiner neuen CD quasi als 'Schutzheiligen' voran. Aufbruch, Irrfahrt, Schiffbruch, Suche, Heimkehr... "Die Odysseusgestalt hat mich schon immer fasziniert. Sein vergebliches Umherirren, seine Niederlagen, aber auch seine Sehnsücht und Hoffnungen. Er ist für mich dadurch ein Bild meiner Arbeit als Jazzmusiker und in gewisser Weise auch menschlichen Lebens überhaupt." Ging es auf der ersten CD 'Lifelines' um Erfahrungen mit dem Material, um die Erprobung musikalischer Grundideen, so ist nun ein Punkt erreicht, wo Musik möglich wird, die einen ohne Umwege anspricht, Musik von großer Lebendigkeit und Wärme, Musik, die Geschichten erzählt...

Es ist sicher kein Zufall, dass das erste und das letzte Stück der CD metaphorisch Bezug auf Anfang und Ende des Lebens nehmen: `Neujahrslied´ - der Beginn des neuen Jahres, alles ist möglich, ein Gefühl des Neugeborenseins, ein Stück, das eine offene und zuversichtliche Atmosphäre vermittelt; und auf der anderen Seite `Nun laube, Lindlein, laube´ - ein melancholisches Lied zu Herbst, Abschied, Tod. Dazwischen Versuche, verschiedene Aspekte des Lebens zu fassen: `Ulysses 95´ - ständiger Wechsel zwischen Phasen des Aufbruchs, die groovebetont und treibend sind, und Ruhemomenten, die Raum zum freien Spiel lassen; `Don Quijote und die Warteschlangen´ - der Kampf des Außenseiters gegen die Windmühlen, die auch in den Niederlagen noch mit Witz und Lebendigkeit inszeniert wird; `Strange Fruit´ - Billie Holidays Anklage des Rassismus der 30er Jahre als Ausdruck der Trauer über Zerstörung und Gewalttätigkeit... So entstehen Stücke, die über die konkrete Situation hinausweisen, die den Hörer als Sinnbilder treffen...

(aus dem CD-Booklet von Christina Koblitz)



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Ulysses