Der Franziskanerorden geht zurück auf Franz von Assisi, der von 1182 bis 1226 in Italien lebte. Bei einer Begegnung mit einem Aussätzigen machte er die existenzielle Erfahrung, dass Gott ihm durch die Armen und in der Zuwendung zu den Ausgeschlossenen begegnete. Er lebte von da an eine radikale Armut und gründete eine Gemeinschaft, die sich in ihrer Lebensweise direkt am Evangelium und an Jesus Christus orientierte. Damit setzte er in der damaligen Kirche, in der es zahlreiche Missstände gab und in der eine komplizierte Theologie den Blick auf das Evangelium verstellte, eine beispiellose Reformbewegung in Gang.

Neben dem Männerorden, in dem die Brüder ehelos in kleinen Gemeinschaften zusammenlebten, entstand bald ein franziskanischer Frauenorden unter Führung der heiligen Klara von Assisi, und schließlich eine Laiengemeinschaft. In der Laiengemeinschaft, die als “dritter Orden” (OFS = Ordo Franciscanum Saecularis) oder auch einfach als Franziskanische Gemeinschaft (FG) bezeichnet wird, schlossen sich Menschen zusammen, die in ihrer bürgerlichen Existenzform mit Familie und Beruf die franziskanischen Ideen leben wollten.

Diese sogenannte franziskanische Spiritualität hat eine Reihe von Schwerpunkten, die mit der Person des Franziskus eng verbunden sind. Dazu gehört natürlich das solidarische Leben an der Seite der Armen, außerdem das geschwisterliche Gefühl für die ganze Schöpfung (Franziskus ist der “offizielle” katholische Schutzpatron der Umweltschützer). Dazu gehört auch eine Haltung der Gewaltlosigkeit in jeder Situation und ein aktiver Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit. Nicht zuletzt besteht die franziskanische Spiritualität auch in einem geduldigen Einsatz für eine Erneuerung der Kirche und in einer innigen Beziehung zu Jesus Christus. Der Lebensstil von Franziskus war auch gekennzeichnet durch Kreativität und Improvisation. Sein “Sonnengesang” ist als Gebet weltweit verbreitet und literaturgeschichtlich das erste Gedicht in italienischer Sprache (vorher fand Literatur nur auf Latein statt). In dieser Seite seiner Persönlichkeit zeigt sich eine enge Verbindung zu den Künsten und vor allem auch zur Jazzmusik.

Wer mehr über Franz von Assisi und seine Ideen erfahren will, kann hier zu einigen weiterführenden Texten gelangen. Da mir einige meiner Texte schon auf anderen Internetseiten wieder begegnet sind, habe ich für alle, die etwas von dieser Seite zitieren oder übernehmen möchten, einige Regeln zum urheberrechtlichen Umgang mit den Texten aufgeschrieben, die ich zu beachten bitte.


Kurze Lebensbeschreibung des Franz von Assisi


Von Franziskus verfasste Texte


Die Franziskanische Laiengemeinschaft (OFS)


Geschichte der franziskanischen Laienbewegung


Der 3. Orden im 20. Jahrhundert - Vier Lebensbilder


Das außerordentlich große Interesse, das dem franziskanischen Teil meiner Webseite entgegengebracht wurde (mit über 1500 Seitenaufrufen pro Monat) hat mich sehr überrascht. Es belegt nicht nur die zeitlose Bedeutung des Heiligen, sondern zeigt auch, wie sehr die Menschen unserer Zeit auf der Suche sind. Ich habe mich deshalb entschlossen, den rein informativen Seiten über Franziskus und die Franziskanische Gemeinschaft noch einige Texte hinzuzufügen, die sich aus meiner Sicht mit unterschiedlichen Aspekten der franziskanischen Spiritualität beschäftigen.

 
Was bedeutet “Wandlung”? - Eine Deutung des katholischen Eucharistieverständnisses auf der Basis von Martin Heideggers “Sein und Zeit”


Franziskus und der Islam - Anregungen zur franziskanischen Begegnung mit Muslimen


Was ist eigentlich Laienspiritualität?


Franziskanisches Kirchenverständnis (Anregungen zur Konfliktbewältigung in der katholischen Kirche Deutschlands)


Der Wolf von Gubbio (Über die Verwandlung von Gewalt)


“Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt” - Jazzmusik und Psalmengebet


Jazzmusik und katholische Kirche


Jazz und franziskanische Sprititualität


Jazz als Kirchenmusik

 

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